Abo-Konzerte

1. Konzert

Freitag, 29. September 2017, 19.30 Uhr, Musical Theater Basel


Vorkonzert: 18.15 Uhr


«STARKE STÜCKE» 

 


LUCIENNE RENAUDIN VARY Trompete

KEVIN GRIFFITHS Dirigent

 

LUDWIG VAN BEETHOVEN Ouverture zu Leonore Nr. 3, op. 72b

JOSEPH HAYDN Trompetenkonzert, Es-Dur, Hob Vllle:1

ANTONIN DVORAK Sinfonie Nr. 7 d-moll, op. 70 

 



Nach einem ersten Misserfolg überarbeitete Beethoven die Partitur seiner einzigen Oper «Fidelio» bzw. «Leonore» mehrmals, und es entstanden insgesamt vier verschiedene Ouvertüren. Alle vier stehen in unterschiedlicher Beziehung zur Oper, obwohl ihr inhaltlicher Kern derselbe ist. Die Fassung op. 72b schrieb Beethoven für die zweite Aufführung der Oper. Haydns Trompetenkonzert verdanken wir dem Hoftrompeter und Instrumententüftler Anton Weidinger. Er hatte eine neue Trompete erfunden, die mittels Klappentechnik die leidigen Klang-Probleme der Naturtrompeten löste. Dieses erste Werk für das neue, bahnbrechende Instrument ist bis heute das erfolgreichste und meistgespielte Konzert für Trompete. Auch für die jugendliche Trompeterin Lucienne Renaudin Vary, der soeben ein kometenhafter internationaler Aufstieg gelang, ist das Konzert von Haydn Herausforderung und Freude zugleich. Das dritte starke Stück in diesem Konzert ist die 7. Sinfonie von Antonín Dvořák; hochkonzentrierte Sinfonik aus dem Geiste von Beethoven und Brahms und inspiriert von tschechischer Volksmusik. Eine reiche Sinfonie, voller Emotionen und Charakter.



2. Konzert

Freitag, 27. Oktober 2017, 19.30 Uhr, Musical Theater Basel


Vorkonzert: 18.15 Uhr


«AUF DER SEIDENSTRASSE»


ENKHAJARGAL DANDARVAANCHIG Pferdekopfgeige (Morin Hoor)

YUAN LI  Wölbbrettzither (Zheng)

KEVIN GRIFFITHS Dirigent

 

ALEXANDER P. BORODIN Eine Steppenskizze aus Mittelasien

BYAMBASUREN SHARAV Konzert für Morin Hoor und Orchester

ENKHAJARGAL DANDARVAANCHIG Hyzgaargui ogtorgui

TAN DUN Konzert für Streichorchester und Zheng

NIKOLAJ RIMSKIJ-KORSAKOV Scheherezade, op. 35



Von den Steppen Mittelasiens lässt Alexander Borodin das Getrappel von Pferden und Kamelen einer Karawane, morgenländische Weisen und russische Lieder erklingen, die sich zu einer eigentümlichen Harmonie verbinden. Melodien und Klänge aus Persien, Armenien, Georgien und Tschetschenien inspirierten hingegen Nikolaj Rimskij-Korsakov zur «Scheherazade» und ihren Märchen «Aus tausendundeiner Nacht». Doch folgen wir der Seidenstrasse viel weiter in den fernen Osten, begegnen uns weniger bekannte musikalische Traditionen. Die beiden Solisten Enkhajargal Dandarvaanchig und Yuan Li spielen für uns die Morin Hoor oder Pferdekopfgeige sowie die Zheng, eine Wölbbrettzither. Sie spielen Werke des mongolischen Komponisten Byambasuren Sharav, der bis heute mehr als 200 Lieder und 20 Filmmusiken geschrieben hat, sowie des aus der Provinz Hunan stammenden Komponisten und Dirigenten Tan Dun. Dieser lebt heute in New York und ist ein Star zwischen Ost und West. Seine Filmmusik zu «Crouching Tiger, Hidden Dragon», für die er im Jahr 2000 den Oscar erhielt, machte ihn weltberühmt.



3. Konzert

Freitag, 15. Dezember 2017 19.30 Uhr Musical Theater Basel


Vorkonzert: 18.15 Uhr


«PAGANINI IM PAUKENWIRBEL»


YURY REVICH Violine

KEVIN GRIFFITHS Dirigent

 

IGNAZ FRANZ VON BIBER Suite Batallia D-Dur (C.61)

NICCOLO PAGANINI Violinkonzert Nr.  2 h-moll, op.7

JOSEPH HAYDN Sinfonie Nr. 103 Es-Dur «Mit dem Paukenwirbel»



Der in Böhmen geborene Ignaz Franz Biber spielte mehr als dreissig Jahre lang am Hofe des Erzbischofs in Salzburg, zuerst als virtuoser Geiger, später als Kapellmeister. Die Suite

Batallia gibt Szenen einer Schlacht wieder, ist aber zugleich Bacchus gewidmet – ein sogenanntes Repräsentationsstück, das vermutlich für ein höfisches Karnevalsfest geschrieben wurde. Im Gegensatz zur Sinfonie «mit dem Paukenschlag», die Joseph Haydn schlagartig berühmt machte, nimmt in der Sinfonie «mit dem Paukenwirbel» die Pauke eine prominente musikalische Stellung ein. Sie gibt nicht nur den ersten Ton an, sondern hat auch im 2. Satz eine besondere Rolle. Die ganze Sinfonie ist ein Beispiel für Haydns Kunst, mit nur wenigen musikalischen Gedanken grosse Musik zu formen. Nicoló Paganinis Leidenschaft bestand darin, die Grenzen seines Instruments auszuloten. Dafür genügten ihm letztlich nur noch seine eigenen Kompositionen. Sie erfordern ein Höchstmass an Finger- und Bogentechnik und verlangen von jedem Virtuosen ein stupendes Können. Wegen seines 3. Satzes, in dem ein Glöckchen jeweils die Wiederkehr des Rondo-Themas ankündigt, erhielt sein 2. Violinkonzert den Übernamen «La Campanella». Der junge Geiger Yury Revich gewann 2016 den ECHO Klassik Preis als «Newcomer of the Year». Er verfügt über eine aussergewöhnliche Vielseitigkeit, die von der Musik des Barocks bis in die zeitgenössische Avantgarde reicht.

 



4. Konzert

Freitag, 2. März 2018, 19.30 Uhr, Musical Theater Basel


Vorkonzert: 18.15 Uhr


PREISTRÄGER 

des Internationalen ARD-Wettbewerbs München 2017

 



JULIANA KOCH Oboe

JUNG BEUMSOHN Klavier

JUNHUONG KUANG Gitarre  

KEVIN GRIFFITHS Dirigent

 

 

RALPH VAUGHAN WILLIAMS (1872 – 1958)
Oboenkonzert a-moll für Oboe und Streicher
I. Rondo pastorale (Allegro moderato)
II. Minuet and Musette (Allegro moderato)
III. Scherzo (Presto - doppio più lento - lento - presto)


CAMILLE SAINT-SAËNS (1835 – 1921)
Klavierkonzert Nr. 2 g-moll, op. 22
I. Andante sostenuto
II. Allegro scherzando
III. Presto

JEAN SIBELIUS (1865 – 1957)
Impromptu für Streicherorchester
nach den Impromptus op. 5 Nr. 5 und 6
Andantino – Largamente – Meno andantino


JOAQUÍN RODRIGO (1901 – 1999)
Concierto de Aranjuez
I. Allegro con spirito
II. Adagio
III. Allegro gentile

 

Es ist langjährige Tradition des Collegium Musicum Basel, an einem seiner sechs Abo-Konzerte Preisträgern aus internationalen Wettbewerben Gelegenheit zu einem Auftritt vor Basler Publikum zu bieten. Für manch eine oder einen bedeutete dies den Start in eine internationale Karriere. Im kommenden Konzert stellen wir Ihnen die drei obgenannten Preisträger des Internationalen ARD Wettbewerbs München 2017 vor. 



5. Konzert

Freitag, 4. Mai 2018, 19.30 Uhr, Musical Theater Basel


Vorkonzert: 18.15 Uhr


«FRENCH CONNECTIONS»

 

PIERRE LAURENT AIMARD Klavier

KEVIN GRIFFITHS Dirigent

 

CLAUDE DEBUSSY Children's Corner
MAURICE RAVEL Klavierkonzert G-Dur, M 83

GEORGES BIZET Sinfonie Nr. 1. C-Dur

 



Die Auszeichnungen und Ehrungen, die Pierre Laurent Aimard weltweit erhalten hat, sind kaum aufzuzählen. Er ist ein inspirierender Interpret von Werken aller Musikepochen und ganz besonders der französischen Spätromantik. Ravel hat in seinem Klavierkonzert G-Dur baskische Volksmusik, klassische Klavierkunst und Jazz-Elemente vermischt. Frei von allen Bombastizismen wollte sich Ravel hier äussern – fein, unterhaltsam, im klassischen Geiste. Die kleine Suite «Children’s Corner» schrieb Claude Debussy für seine dreijährige Tochter. Inhaltlich für Kinder gedacht, jedoch keineswegs leicht zu spielen, zeigt die Suite Debussys leichthändigen Umgang mit populären Musiktrends. Bizet war eine musikalische Frühbegabung ähnlich wie Mozart, Mendelssohn oder Schubert. Die Sinfonie Nr. 1 C-Dur, die Bizet im Alter von siebzehn Jahren komponierte, offenbarte neben einer bemerkenswerten Beherrschung der kompositorischen Technik die gekonnte Instrumentation. Das Werk wurde zu Lebzeiten Bizets nie aufgeführt, erst ein halbes Jahrhundert nach seinem Tod wurde das Manuskript gefunden. Felix Weingärtner führte die Sinfonie 1935 erstmals in Basel auf. Von der klaren Rhythmik, der übersichtlichen Gliederung und dem leichten Tonfall dieses jugendlichen Geniestreiches fühlten sich insbesondere Tänzer angezogen. Es gibt daher eine ganze Reihe von Choreographien zu dieser Musik, darunter vom grossen George Balanchine.



6. Konzert

Freitag, 15. Juni 2018, 19.30 Uhr, Musical Theater Basel


Vorkonzert: 18.15 Uhr


«PASSIONATO» 


NATALIE CLEIN Cello
KEVIN GRIFFITHS Dirigent

 

CARL MARIA VON WEBER Freischütz-Ouvertüre

EDWARD ELGAR Cellokonzert e-moll, op.85

JOHANNES BRAHMS Sinfonie Nr. 4 e-moll, op. 98



Mit der Ouvertüre zum «Freischütz» hat Weber eine neue, wegweisende Form der Eröffnung der Oper geschaffen. Sie enthält bereits die Idee, alle Stimmungen und Charaktere des Werks. Die Zuhörenden werden in die heimlich-unheimliche Welt des Wald- und Geisterdramas gezogen und durchleben die Gefühle und Konflikte, die sich später in der Handlung entwickeln werden. Das Cellokonzert von Edward Elgar entstand kurz nach dem 1. Weltkrieg und spiegelt die Melancholie des Komponisten über die Zerstörung einer Kulturepoche, die es so niemals mehr geben würde. Nach einem missglückten Start, den Elgar auf die zu kurze Probenzeit zurückführte, fand das Konzert bald das Interesse bedeutender Cellisten. Heute gilt Elgars Cellokonzert nach dem Konzert von Dvorak als dasjenige, welches die Ausdrucksmöglichkeiten des Violoncellos am besten auszuschöpfen weiss. Die international bekannte, britische Cellistin Natalie Clein wird dieses eindrückliche Konzert zu Gehör bringen. Die vier Sinfonien von Brahms gehören zu den schönsten Werken der Musikgeschichte. Lange galt Brahms jedoch als ein rückwärtsgewandter Klassiker, erst heute nimmt man ihn als Wegbereiter der Moderne wahr. Gerade in der 4. Sinfonie hat Brahms das Prinzip der «entwickelnden Variation», bei dem aus kleinsten Motiven ganze Satzzusammenhänge entstehen, auf eine neue Höhe getrieben. In der Verbindung von Vergangenheit und Gegenwart wird die 4. Sinfonie zugleich zur Botin der Zukunft.