6. Konzert

Mit der Ouvertüre zum «Freischütz» hat Weber eine neue, wegweisende Form der Eröffnung der Oper geschaffen. Sie enthält bereits die Idee, alle Stimmungen und Charaktere des Werks. Die Zuhörenden werden in die heimlich-unheimliche Welt des Wald- und Geisterdramas gezogen und durchleben die Gefühle und Konflikte, die sich später in der Handlung entwickeln werden. Das Cellokonzert von Edward Elgar entstand kurz nach dem 1. Weltkrieg und spiegelt die Melancholie des Komponisten über die Zerstörung einer Kulturepoche, die es so niemals mehr geben würde. Nach einem missglückten Start, den Elgar auf die zu kurze Probenzeit zurückführte, fand das Konzert bald das Interesse bedeutender Cellisten. Heute gilt Elgars Cellokonzert nach dem Konzert von Dvorak als dasjenige, welches die Ausdrucksmöglichkeiten des Violoncellos am besten auszuschöpfen weiss. Die international bekannte, britische Cellistin Natalie Clein wird dieses eindrückliche Konzert zu Gehör bringen. Die vier Sinfonien von Brahms gehören zu den schönsten Werken der Musikgeschichte. Lange galt Brahms jedoch als ein rückwärtsgewandter Klassiker, erst heute nimmt man ihn als Wegbereiter der Moderne wahr. Gerade in der 4. Sinfonie hat Brahms das Prinzip der «entwickelnden Variation», bei dem aus kleinsten Motiven ganze Satzzusammenhänge entstehen, auf eine neue Höhe getrieben. In der Verbindung von Vergangenheit und Gegenwart wird die 4. Sinfonie zugleich zur Botin der Zukunft.

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